Atombombe in der Hand - Steinzeit im Herz
Konrad Lorenz: “ . . . in der Hand die Atombombe und im Herzen die Instinkte unserer steinzeitlichen Vorfahren“ meinte mit diesem Satz in einem seiner Bücher, dass in unseren Genen nach wie vor die gleichen fundamentalen Veranlagungen wie in den Genen unseren steinzeitlichen Vorfahren - vererbt und damit deponiert sind. Wir reagieren mit der selben Instinkthaftigkeit aber auch auf jene Auslösemechanismen, welche durch die Weiterentwicklung des Menschen und der daraus resultierenden Wechselwirkung neu hinzugekommen sind.
Ich glaube nicht an einen längeren Fortbestand der Menschheit. Es häufen sich zu viele und teils auch neuartige Bedrohungen - und damit ändern sich auch Auslösemechanismen. All diese Anschläge, Blitzkriege, dem Vermehren radikaler Strömungen, den Drohungen aus vielen Ecken und Enden dieser Welt denke ich, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis Irrsinnige aus gewissen ethisch wie zivilisatorisch zurückgebliebenen evolutionären Sonderkategorien und deren Unterabteilungen einen Krieg anzetteln, einen Anschlag durchführen, der vielleicht global und damit uns allesamt be-trifft.
Dem Planeten „Erde“ ist es egal, was alles an Getier und dessen Hinterlassenschaften seit gestern, bis heute oder auch noch morgen so herumkrabbelt, sich vernichtet, ausstirbt oder verursacht, völlig egal. Der Planet dreht sich, mit oder ohne Leben auf ihm, einfach um seine schräge Längsachse auf seiner elliptischen Umlaufbahn um die Sonne runde 4 Milliarden Jahre noch weiter.
Viel früher, wenn sich die Sonne zum „roten Riesen“ aufzublähen beginnt, ist es schon endgültig over & out. Bis dahin hat die allgemein gültige Naturgesetzlichkeit aufgrund vorgegebener Haltbarkeitsgrenzen der Materie (Halbwertszeit) alle jemals vom Menschen verursachten Schäden neben ihm selbst längst spurlos abgebaut. Leben auf diesen „unseren“ Planeten wird mit Sicherheit schon lange vor dem endgültigen Aus keines mehr existieren.
Wann begreift man, dass Leben als Zufallsprodukt aufgrund übergeordneter Instanzen existiert? Es sind Naturgesetze, welche alles Leben und somit auch uns – ob nun zufällig oder nicht – entstehen ließ und deren Gesetzlichkeiten unsere weitere Bestimmung ist. Wie lange wird es noch dauern, bis der Mensch nicht über die Erde und damit andere Menschen sondern über sich selber herrscht? Und sich vielleicht einmal be-herrscht?
Der auf Naturgesetzen aufbauende Evolution können wir als nur teilweise selbstbestimmende Spezies der Gattung Homo Sapiens gerne Adieu sagen, indem wir unsere endliche Lebensgrundlage weiter zerstören, ausbeuten, vergiften und uns damit ausrotten. Die hinter der Evolution wirkenden Naturgesetze wird dies allerdings nicht weiter stören oder beeinflussen, ob/wenn/wann/wieso/warum „wir“ nicht mehr existieren.
Randbemerkung: eine Flucht zu anderen bewohnbaren Planeten könnte eine Chance für den Fortbestand des „Menschen“ bieten - sollte es überhaupt so weit kommen. Es wäre interessant zu wissen, was auf der in ferner Zukunft liegenden hominoiden Asylsuche so alles an evolutionären Altlasten mitgeschleppt werden wird. Aber noch interessanter wäre es zu erfahren, wie man Altlasten aussortieren und, was an Unerwünschtes zurückgelassen wird. Vermutlich erfolgt die Bestenauswahl schon weit früher.
Menschen gaben sich selber die Klassifizierung "Gattung" Mensch sowie die Bezeichnung Homo Sapiens - laut Wikipedia die lateinische Bezeichnung für „verstehender, verständiger“ bzw. „weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch“. Diese Wortschöpfung liegt nun Jahrhunderte zurück.
So gab es damals ebenso Bedrohungen wie Hungersnöte, Krankheiten und Epidemien, Raubzüge. Aber auch Bedrohungen in Form von Prophezeiungen - dies vorzugsweise seitens Glaubensvertreter im Zuge steter missionarischen Tätigkeiten, gepaart mit Aussicht auf Ablass bei entsprechend hohen Buß- und Sühnezahlungen, Frohndienst und ähnlichen "Services" für die klerikale Obrigkeit und deren zuvor schon missionarisch beeinflussten Könige und Landesfürsten.
So gibt es heute zusätzlich wesentlich gefährlichere und eine weit höhere Anzahl an Bedrohungen mitsamt weiteren Auslösern - durch die global tätige korrupte Politik, seitens Diktaturen und radikaler Staatsführer und mit weit effektiveren Drohmitteln. Diesmal aber ohne Ablassangebote, diverse Erpressungsformen einmal ausgenommen.
All diese "politischen Staatsführer" hängen letztlich am Gängelband der Wirtschaft, die wiederum gespeist wird von wissenschaftlichen Wettlauf im Namen des Fortschritts unter dem Sanktus des maximalen Gewinns an Reichtum, an Einfluss und damit weiterer Ausbau ihrer Macht. Unter Wirtschaft stehen u.a. auch Begriffe wie Rüstung, Waffen, Genetik, Biologie, Pharmazie, Chemie, . . .
Es wäre interessant zu wissen, welche Bezeichnung und Klassifizierung heute Menschen der eigenen Spezies geben würde.



