. . . und wer prüft die Prüfer?
. . und wer prüft zuletzt jene Prüfer, welche Prüfer prüfen?
Welcher Geprüfte - beispielsweise im Medienbereich - entscheidet, was wir der Blattlinie folgend zu hören/lesen bekommen sollen, müssen oder gar dürfen? Wer prüft Inhalte von Nachrichten bei den populären, das heißt bei den meistgehörten und damit auch flächendeckend meinungsbildenden und letztlich doch von Werbeeinnahmen un Förderungen abhängigen Absendern?
Man nehme als Beispiel irgendwelche Absender, die brandaktuelle Themen zusammen mit den "Top Hits aller Zeiten", gebündelt mit schnellstem Verkehrsservice und garniert mit dem besten Wetter für das schönste aller Bundesländer verzapfen. Sie weisen Parallelen zu der ausufernden Flugpostbewerbung auf, wobei ich die Flugpost aus Rücksicht zu meinem Hintern und zur Kanalisation nicht einmal als Klopapier verwenden würde.
Bei mir entwickelte sich durch Gewöhnungseffekte eine Abstumpfung und eine Art Gleichrangigkeit zwischen aktuellen Meldungen, dem Tagesgeschehen bzw. restlichen sommer- wie winterpausenfüllendem Mediengeschwätz - welches die gefühlte Dauerbewerbung in fremder wie in eigener Sache unterbricht. Immer mehr gleichklingender, mit Anglizismen aufpolierter, greengewashter Müll mit einem Anstrich von Nachhaltigkeit.
Meldungen zu wirklich lebenswichtigen Themen verlieren immer mehr ihre Wertigkeit, Wichtigkeit und sogar Glaubhaftigkeit. Sie verblassen, verschwimmen, gehen sogar unter im täglichen Medientsunam und der Expertenschwemme. Immer öfter kann man "das alles" nicht mehr hören, man blendet aus, schaltet ab. Wichtige Informationen werden aufgrund des Schlagzeilenmissbrauches und Dauerbewerbung zunehmend überhört. Hinausgeschoben über den individuell weit entfernten oder relativ nahen Horizont.
Es gibt sie dennoch. Qualitativ hochwertige Kanäle die unkommerzialisiert sich wahrlich brennenden Themen widmen: der Gefährdung der Weiterexistenz des Lebens auf der von uns stetig ausgebeuteten und teilweise schon zerstörten Welt. Nur ist deren Einflussbereich mit wenigen Prozenten beschränkt auf jene, die aktiv danach suchen. Der %satz aller Betroffenen der vom Menschen verursachten Schäden ist allerdings 100%. Es trifft uns alle, quer durch Hautfarben, Kulturen, Gartenzäune, querbeet durch Flora wie Fauna.
Aber auch hier öffnet sich die Frage, vermischt mit leise keimenden Zweifel als ein Resultat des medialen Gewöhnungseffektes. Wer prüft all diese Klima-, Gesundheitsexperten? Dazu genügt mir allerdings ein ernsthafter Blick auf die vielen frei zugänglichen Daten und Fakten, um die Umweltproblematik zu realisieren, zu erkennen. Aber eben nur wenn man auch danach sucht.
Wobei das Wort "Experte" an sich schon durch die Häufigkeit des Erscheinens und noch viel mehr - in der Häufigkeit der Widerlegung von Expertisen durch teilweise selbsternannte bzw. redaktionell als Experte hochgestufte Vorgeprüfte mittlerweile inflationär sich in einer entwertenden Abwärtsspirale befindet. Und damit als Kollateralschaden Expertisen, Studien, Dokus und Reportagen zum todernsten Thema Umwelt & Klima mit hineinzieht, die keimende Wissenschaftsfeindlichkeit befeuert.
Wer prüft nun die Prüfer, welche Prüfer prüfen? Welcher geprüfte Experte über-prüft die anderen Experten? Ich spüre diesen abstumpfenden Gewöhnungseffekt durch die Informationsflut auffällig und viel zu oft bei der Faktensuche - gegen den ich mich zu wehren versuche. Eines sollte uns allerdings schon klar sein:
- dass die Menschheit ihre große Prüfung noch vor sich hat.



